Ex-Bäckerei Thoben wird jetzt der Cleopatra Shisha Shop.
Am U-Bahnhof Fehrbelliner Platz zwei Teens, eher szenig aufgemacht, Musik laut aus dem Handy: „Am Tag als Conny Kramer starb.“ Whut?
Um 5.30h lief der Fuchs. Langsam kommen wir wieder dazu, in Ruhe aus dem Fenster zu schauen, aufmerksam für die Umgebung zu sein, und den Parkplatzfuchs zu sehen, der durch den Schnee stapft.
Es ist weiß und kalt. Langsam erinnere ich mich wieder daran wie Winter mit Schnee einst war. In Berlin ist Winter ja vor allem immer hinderlich im Alltag. Gerne wieder Plusgerade.
Seit etwa 12:30h läuft das Internet. Nach Einsatz einer Telekom Fernschaltung, zweier Telekom-Techniker und eines Elektriker-Duos kommen wir wieder über Wlan und Fritzbox, DSL und den APL ins Internet. Es bleiben Rätsel: Warum sind Netzwerkdosen in der Wand, wenn anscheinend kein Netzwerk daran hängt? Warum mögen sich Router und Telefon nicht mehr? Aber das sind lösbare Rätsel.
Es waren zwei Tage der Arbeit in Office und mobilem Arbeiten.
Nicht gelöst habe ich das Rätsel, warum ich acht Badehosen besaß. Sie sind nicht groß und ich gehe oft Schwimmen. Aber acht? Wozu? Egal, jetzt sind es nur noch fünf, und die bestehen alle aus dem Decathlon-Einheitsmodell mit leichten Variationen.
Gelöst hingegen habe ich das Rätsel, warum ich mit meiner Yorck-Unlimited-Karte keine Karten mehr kaufen durfte: Nur 3 kostenlose Karten im Voraus sind erlaubt. Jetzt also muss ich die Balance finden zwischen „Ich-will-den-Film-in-fünf-Wochen-unbedingt-sehen-und-vermutlich-wird-er-ausverkauft-werden“ und „ich-möchte-gerne-spontan-nach-der-Arbeit-ins-Kino-gehen-können“.
Schon wieder Yacón
Auch die Gemüslichkeit muss Wetter-Herausforderungen trotzen. Unser Gemüse-Übergabepunkt besteht im Wesentlichen aus drei Spanplatten mit einem Schloss davor. Die Übergabestation ist nicht frostfest. Also kam die Mahnung, diese Woche das Gemüse schnell abzuholen, bevor es durchfriert.
Ab 16:30h war die Abholung möglich, ich kam gegen 18 Uhr und war schon fast der Letzte. Es herrschte Stau. Vor mir bediente sich eine junge Frau. Während ich noch Zwiebeln abzählte kam J mit kleinem Kind, „das allererste Mal etwas abholen“, und als ich überlegte ob ich J im Dunkeln und Kalten mit Kind bei der allerersten Gemüse-Verräumung allein lassen sollte, kam schon die nächste Mitglied.
Der Salat hatte sich bereits in einen Eisklumpen verwandelt. Es gab wieder Yacéns, ein neues modernes und meines Erachtens durchaus verzichtbares Gemüse. Vor allem aber gab es Kimchi. Davon war noch erstaunlich viel im Schrank. Es war zu riechen warum. Die Fermentation war streng! Aber ich ließ mich nicht schrecken und nahm meinen Anteil. Später, bei Öffnung des Kühlschranks, roch ich, warum das ein mutiges Unterfangen war.
Nach der Verräumung – abwiegen, einpacken und das Leuchtehandy halten mit zwei Händen – mit einem Weißkohl, ein paar Kilo Möhren und Beete, Yacons, Zwiebeln, Sellerie, Eissalat, Kimchi und dem aus der Bibliothek geholten Roman an Sportplatz und Bibliothek vorbei zur U-Bahn. Zurück zu Madame, die bereits Paradeiskraut mit Maultaschen bereitet hatte.

Links (radikal)
Als hätten die Vulkangruppen meinen vorgestrigen Post gelesen, stürzen sie sich gleich in die politisch Linken Tätigkeiten der Zerredung und der Spaltung. Erst schreiben sie ein Bekennerschreiben, dann noch ein Schreiben, dass sie wirklich links sind und dann noch eines weil das Schreiben davor falsch verstanden wurde. Gleichzeitig taucht eine andere Vulkangruppe auf und distanziert sich von der Stromkappung-Südwest-Vulkangruppe. So liebe und schätze ich doch die radikale Linke.
Auch die üblichen Medien scheinen aufgewacht und beschäftigen sich mehr mit dem was da nun Links ist oder nicht. Sebastian Leber:
Wenn eine Aktion so sinnlos erscheint, dass selbst ideologisch Nahestehende sie nur noch als fremdgesteuerte Sabotage erklären können, dann belegt das ihr vollumfängliches Scheitern. …. Weder ihre Tat noch ihr unsägliches Bekennerschreiben gelten als anschlussfähig, nicht einmal unter Linksradikalen. Weniger Erfolg als diesen kann eine Aktion gar nicht haben.
Nun waren die drei stromlosen Tage für die Betroffenen freilich kein Spaß. Und erst recht sind Anschläge auf die kritische Infrastruktur nicht lustig. Doch sind es ja gerade die ernsten Stoffe, die nach theatraler Spannungsabfuhr und ein wenig comic relief rufen. Und so gesehen könnte man sich diese ganze Geschichte auch als abendfüllenden Fiebertraum aus den glorreichen Zeiten der Berliner Volksbühne vorstellen
Links (ins Netz)
Passend dazu das Techniktagebuch: Schöner preppen, billiger preppen
Und nochmal dazu, das wars dann, ich verspreche: Krisenresilienz ist kein Thema für Bierzelte und Marktplätze. Sie kostet Geld und wird im besten Fall nicht gebraucht.
Nach dem Abi und vor dem Studium hatte ich einen Job, die Einführung von Biotonnen im Landkreis Stade zu begleiten. Unter anderem fuhr ich dazu eine Woche auf einem Mülltonnen-Auslieferungs-Fahrzeug von Karl Meyer mit. Und jetzt erfahre ich: Das Unternehmen ist pleite. Und lässt in Berlin Flaschenberge zurück.
Erik sieht Licht am Horizont: Es mag meiner persönlichen Präferenz geschuldet zu sein – aber ich sehe eine neue Art von Communities aufkommen, die vielleicht die Oligarchensilos ablösen
Geschrieben während draußen dicke Schneeflocken herunterfallen. Katwarn sagt für Morgen „Gefahr für Leib und Leben durch: stark erhöhte Schneedecke bis hin zu blockierten Verkehrswegen. Aufenthalt im Freien vermeiden.“ Meine Wetter-App sagt „Morgen Niederschlag 0mm“. Es wird spannend.
Vielen Dank für die Verlinkungen und ein trotz oder mit Schnee angenehmes Wochenende!
Eine angenehme Woche!