25-03-20 Lpsolver API

Die Berliner Ringbahnbrücke ist gesperrt. Bis 2027. Oder kürzer. Oder länger. Genau weiß man es nicht. Diese Brücke betrifft nicht die Ringbahn direkt. Sie führt die Stadtautobahn A100 über die S-Bahn.

Halb Charlottenburg droht in den nächsten Monaten im Verkehrschaos zu versinken. Unsere Anfahrt zu den Latifundien hat sich gerade deutlich verkompliziert und verlängert.

Oh Welt, in der es soviel sexier ist, etwas neu auf die Wiese zu setzen, statt das alte instand zu halten.

In der sonnigen Südkreuz-Mittagspause sehe ich die Shuttlebusse zum Tesla-Werk. Ich staune, wie sich in wenigen Wochen meine Gedanken von „Da fährt die Zukunft. Und das direkt vor meiner Nase.“ verwandelten in „Ein Wunder, dass noch niemand die Busse angezündet hat.“

Langsam wird es auch eng mit Sitzplätzen in meinem ehemaligen Miniatur-Geheimpark, er wird quasi täglich beliebter. Heute lagen schon tschechische Bibeln auf der Bank.

Gute Nachricht: Der Paketdienst brachte rote und rosa Schuhe in den Späti-Paketshop.

Auf der guten Seite: Unsere Dachbaustelle ist im sexy Teil angekommen, wo neues gebaut wird, wo die letzten Teil des Dachstuhls angenagelt werden. Es gibt Chancen, dass zumindest diese Baustelle jemals beendet wird.

Ich habe Hoffnung, dass auch der ganze Baustellengruscht vom Hinterhof verschwindet, der zunehmendes Slalomisieren dort verlangt. Zumal das Autowrack weiterhin keinerlei Anstalten macht zu verschwinden.

Die Spannung der letzten Woche fällt ab. Madame muss Freitag noch Schokostengel übergeben, aber dann sind wir mit den Spätwinterstressungen durch. Ich hätte schon die ganze letzte Woche einfach durchschlafen können, wurde aber mühsam von meinem Arbeitgeber gehindert.

Ich muss dort um 9 Uhr anwesend sein, und es ist selten sinnvoll vor 7:30h zu kommen. Innerhalb dieser Zeitspanne bin ich frei in der Ankunftsgestaltung. An meiner echten Ankunftszeit lässt sich ganz gut die Energie des Tages ablesen. Je früher, desto Energie. Ich glaube die ganze Woche kam ich zwischen 8:50h und 8:58h.

Aber so sehr langsam beginne ich wieder aktiv Außenwelt wahrzunehmen. Bei den Bädern bin ich gerade in ein paar ganz spannende Sachen hineingeraten, und werde demnächst ein wenig Spieltrieb ausleben können.

1e30

Langsam beginne ich auch, über das nächste Fernuni-Semester nachzudenken. Zum Beispiel die Bachelorarbeit. In dieser wird es nach Plan um Lineare Programmierung gehen. Also grob gesagt, um Gleichungssysteme der Form:

Es gibt eine Zielfunktion max.30x+10y+5z

Unter einschränkenden Nebenbedingungen. Also zum Beispiel

x10 y+z20 xz15

Die Zahl der Nebenbedingungen kann bei eins beginnen und mehrere Tausend umfassen.

Das Lösen solcher Gleichungssysteme ist an sich nicht schwer. Es bedarf nur der Addition und Multiplikation. Allerdings ist das ganze stark Rechenfehleranfällig. Selbst in einfachen Beispielen hat man schnell Dutzende von Rechnungen mit verwirrenden Vorzeichnungen und komischen Brüchen. Wird man realitätsnäher mit einer höheren Anzahl Nebenbedingungen kann man Wochen mit dem Ausrechnen zubringen.

Während ich Seminararbeit noch von Hand rechnete und fluchte, bedarf es für Weiteres der Softwareunterstützung. Dabei lernte ich: Die Sache wächst so schnell so stark, dass selbst im Jahr 2025 viel Software an ihre Grenzen kommt. Softwarelaufzeiten und Laufzeiten der Berechnungen sind hier immer noch ein Thema. Viele der angebotenen Softwarelösungen kommen schnell an ihre Grenzen, wenn die Fragestellungen nur etwas komplexer werden.

Es gibt unfassbar teure Industrielösungen, aber für einfachere Fälle auch alles vom Excel-Plugin bis zu Standanlone-Programmen mäßiger Bedienfreundlichkeit.

Excel kommt mir nicht in Haus. Industrielösungen scheinen mir overkill, die standalone-Programme eigentlich auch.

Da hier im Haushalt in letzter Zeit öfter von der Programmier/Statistiksprache R die Rede war, und weil ich R mag, dachte ich, warum nicht R? Und begann heute mal ganz langsam ein paar Videos zu schauen und Websites zu sichten.

Erste Entdeckung: Fast alle Videos zum Thema wurden von Indern aufgenommen. Zweite Entdeckung: Im Moment scheint die Lösung die beiden Software-Pakete lpsolver und lpsolverAPI zu umfassen. In RStudio die beiden Packages aufrufen und dann alles mit den entsprechenden Daten füttern.

Dritte Entdeckung: Selbst bei einfachen Fragestellungen gibt es hier unerwartete Grenzen. In bestimmten Fällen weist lpsolver gar nicht den echten Wert aus, an dem eine Begrenzung gültig wird, sondern gibt nur an: 1e30, oder 1030, also sehr viel, bzw. unendlich. Da sollte man bedenken, dass 1e30 heißen kann: Die Lösung ist unendlich groß. Oder: Hier ist ein Bug.

Und solange ich noch gar keine offizielle Bestätigung habe, dass ich Anfangen darf – geschweige denn, dass ich angefangen habe, kann ich ja ein wenig mit Software spielen und mir Videos anschauen.

Gelernt

Hervorragenden Bubble Tea gibt es bei Xing Fu Tang in Flushing, Queens, New York. Denn mein Mastodon-Admin Kunal Mehta verbringt das Jahr 2025 damit Boba Shops in ganz New York zu testen. Boba Quest: Xing Fu Tang

Die Sonnenwende ist kein Tag, sondern ein Zeitpunkt. Dieses Jahr am 20. März um 10:01 MEZ – The Vernal Equinox 2025

Ich habe nichts mit Schul-Digitalsierung zu tun. Aber das Phänomen kenne ich: Man baut analoge Prozesse 1:1 digital nach und hat sich plötzlich in eine Sackgasse manövriert, die das schlechteste aus beiden Welten enthält. Mein persönlicher Lieblingsgegner ist ja inzwischen AdobePro, mit dem sich so schön ausdruckbare Formulare gestalten lassen. Hier ist es die digitale Mappe: Digitale Mappenführung – Sackgasse für die digitale Schulentwicklung?