Der Meisenknödel ist alle. Madame füllte nach. Der Parkplatzfuchs bleibt verschwunden.
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Nach mehrfachen Versuchen gelang es Madame, montags zu töpfern. Vorher führte sie mit ihrer roten Signaljacke Projekte und Projektteilnehmede zusammen.
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Erstaunlicherweise hat selbst meine weitgehende Untätigkeit seit vielen Jahren die Wikipedia-Community nicht davon abgehalten, mich in die Jury des Wikipedia-Schreibwettbewerbs zu wählen.
Ich fürchte, ich muss mal meine Wikipedia-Profilseite aufräumen. Die hat immer noch den Stand 2015.
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Dazu (un)passend. Es gibt einen neuen Wikidata-Eintrag über mich. Über mich; der ich seit Jahren allen Menschen gefragt und ungefragt erzähle, dass sie auf gar! keinen!! Fall!!! einen Wikipedia-Eintrag über sich selber haben wollen, weil der nur unglücklich macht. Auf gar! keinen!! Fall!!!
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Der Schlüssel des Schwimmbad-Putzmannes funktioniert nicht mehr. Dies erfuhr ich heute Montagmorgen als ich ihm im Schlafanzug die Tür öffnete. Es wäre zwar auch reguläre Bad-Besatzung anwesend gewesen, aber unsere Klingel war die nächste, die er fand.
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Nachdem ich recherchiert hatte, wie das verschwundene CD-Player-Kabel heißt („Kaltgerätestecker C7/C8„), tauchte er freundlicherweise von alleine wieder auf, bevor ich einen neuen besorgen konnte. Besorgt hingegen hatte ich weiteren Kabelmanagementbedarf. Unter meinem Schreibtisch war es noch nie so ordentlich.
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Es war ein Kinosonntag und ein Personalversammlungs-Montag
Mittags: Stullen, Kaffee und Cola
Wikipedia schreibt zur Personalversammlung: Unter einer Personalversammlung versteht man eine vom Personalrat einberufene Versammlung aller Beschäftigten einer öffentlichen Dienststelle, [sie] .. darf alle Angelegenheiten behandeln, die die Dienststelle oder ihre Beschäftigten unmittelbar betreffen […] Häufig nutzen auch Dienststellenleiter und Vertreter der Gewerkschaften die Personalversammlung, um ihre Positionen zu den Angelegenheiten der Beschäftigten darzustellen.
Bei meiner Arbeitgeberin hat es sich eingebürgert, dass insbesondere die Beschäftigten selber ihre Positionen zu ihren Angelegenheiten von TVöD bis zur Dienstkleidung darstellen; was immer eine lebendige, unterhaltsame Versammlung ergibt.
Im Bewusstsein dessen, dass die Auswahl der Redenden, die Themen der Redebeiträge und der Umgangston keineswegs repräsentativ sind, lernte ich doch wieder vieles über meine Arbeitgeberin und den Betrieb. Auch ist es schön, so viele Leute gleichzeitig an einem Ort wiederzutreffen.
Natürlich ist das alles hoch intern. Aber zwei Sachen, die quasi meine oberste Chefin, SenInn auch bekannt unter dem Titel Berliner Senatorin für Inneres und Sport verkündete, halte ich für öffentlich und kann sie weitersagen: Auf dem Parkplatz an der Schwimmhalle Märkisches Viertel, der an die Gesobau verkauft wurde, sollen im entstehenden Wohngebäude auch Wohnungen für BBB-Mitarbeiter entstehen. Ein wenig älter, aber mir auch neu, Berlin will bis 2028 insgesamt 1000 neue Wohnungen für Landesbeschäftigte schaffen.
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Ein Auftritt im Kant Kino inspirierte den Joy Division Song „Komakino“
Es bleibt absurd. Wir sind gerade einmal zwei Kilometer weit umgezogen, und wir beide haben den Eindruck in einer neuen Stadt gelandet zu sein. Die Wege sind anders, sowohl im direkten Umfeld wie auch „in die Stadt“. Und selbst wenn wir eigentlich Vertrautes treffen, ist es jetzt eher ein „ach, auch mal wieder“ statt Alltag.
Wir sind immer noch dabei, neue Wege und Verkehrsmittel zu erschließen. Sonntag Vormittag lernten wir: Nicht nur haben wir einen Direttissima-Bus zum Schillertheater (derzeit Komische Oper), derselbe Bus setzt uns auch am Kant Kino ab.
Auch gelernt: die Kantstraße liegt nach dem Umzug in entspannter Weite mit entspannter Strecke für einen kleinen Sonntagsspaziergang nach der Matinee.
Sonntag Abend lernten wir: Mit U-Bahn und Bus kommen wir bequem nach Steglitz. Und besuchten das Adria-Kino. Das liegt jetzt eigentlich gar nicht verkehrsgünstiger als vorher. Aber irgendwie ergab es sich.
Denn wir veranstalteten ein Double-Feature mit zwei Filmen an einem Tag. Oder um genau zu sein: Mit einem Film zweimal am Tag. Es war episch, E.P.i.C. – Elvis Presley in Concert.
Der Trailer sagte „Schauen sie den Film auf dem größten Bildschirm, den sie auftreiben können.“ Und nun ja, der erste Versuch, Kant Kino1 Saal 2 war das nicht. Um meine Freunde des Filmkompendiums zu zitieren: Um 1988 entsteht an der Stelle der ehemaligen Garderobe der Saal 2. Immerhin wurde er 2017 etwas verschönert. .. Trotzdem konnten die grundsätzlichen Defizite des Raums dadurch nicht behoben werden. Ausstattung des Saals (Technik, Sitzkomfort) liegt knapp unter dem Durchschnitt.
Ich würde behaupten, für Yorck-Verhältnisse liegt er weit unter dem Durchschnitt. Aber anderereits: Es war eng bestuhl, es war voll, es war stickig, es herrschte gute Laune: Für einen Konzertfilm gar nicht schlecht.
Dennoch wollten wir mehr Bildschirm und besseren Sound. Also führte uns der Abendweg nach Steglitz ins Adria: 250 Plätze im Kino, das 40 Jahre jünger ist (von 1952) mit State-of-the-Art-Technik. Weniger Stimmung im Saal, dafür mehr Stimmung auf der Leinwand.

Elvis the second
Aber warum das Ganze? Für Elvis.
Wir beide waren bis gestern keine Elvis-Fans. Obwohl ich ein Jahr bei Memphis lebte, keine 100 Meilen entfernt von seinem Geburtsort und in Fahrradweite von Graceland blieb er mir immer verschlossen: Kunstfigur, kein Künstler, Mythos einer anderen Zeit, kein Musiker.
Das änderte sich.
Der Film beruht auf historischen Filmaufnahmen, die Baz Luhrmann („der Kubrick des Konfetti„) bei den Recherchen zu seinem Elvis-Biopic von 2022 fand. Zehn Konzerte aus Elvis künstlerisch produktiver Zeit in Las Vegas, noch ohne Ton. Dazu eine absolute Seltenheit: ein echtes langes Interview mit Elvis.
Sie fanden Tonspuren, sie restaurierten und sie schnitten und sie schufen einen höchst erstaunlichen Film: Einen Konzertfilm, der sich anfühlt, als würde einen der Künstler selbst durch das Konzert führen.
Durch den Film führt das Interview, das Elvis als sehr nachdenklichen reflektierten Menschen zeigt, die Szenen zeigen mal in Abschnitten den jungen Elvis, vor allem aber viele Proben, erarbeiten der Stücke und Elvis auf der Bühne.
Ich staunte: Selten habe ich einen weißen Musiker gehört, der durchgehend in seiner kompletten Musik (und seine Bandbreite im Film ist erstaunlich, einschließlich Gospel, Beatles-Songs, Bob-Dylan-Songs und natürlich bekannte Hits) so durchgehend und konsequent nach Black Music klingt. Dazu ein Publikum, das komplett weiß ist. Es ist absurd.
Dabei lernte ich: Elvis und Band hatten ein Repertoire von etwa 150 Songs, die sie spontan spielen konnten und je nach Stimmung im Publikum und Tag hat er das Programm entsprechend angepasst und live gewechselt. Elvis weigerte sich auch die eigentliche Show zu proben: Er wollte alert und spontan sein, die Band sollte auf ihn reagieren.
Auch gelernt: Für jemand der THE KING war und kaum auf die Straße gehen konnte ohne von Fans belagert zu werden, wirkt er durchgehend bescheiden, immer bemüht die Distanz des Mythos durch einen selbstironisch-albernen Humor zu brechen.
Und natürlich: Was für ein Musiker.
Es kann sein, dass wir eine dritte Vorstellung in einem noch besser ausgestatteten Kinosaal besuchen.
Gelernt / nicht gelesen
Noch mehr zum Elvis-Film: Ein langes Interview mit Baz Luhrmann in Vulture/dem New York Magazine: Baz Luhrmann Wants an Elvis Cinematic Universe
Ein Abschied vom luxemburger Literaturcafé Bovary: Adieu Bovary
Schiefgelesen bespricht ein Buch, bei dem bei der kompletten Inhaltsangabe dachte, es wäre 2026 erschienen. Nur um dann zu lesen, dass es von 1940 ist: Die Gedanken sind sein -„Kallocain“ von Karin Boye (und faszinierendes Buchcover-Rezensentin-deja-vue)
Anmerkungen
- Am Rande: Ich entdeckte: Im Kant Kino selber fanden auch einmal Rockkonzerte statt: Aus dem Erfolg der Veranstaltungen, die von „Conny“ zunächst als zusätzliche Werbung für das Kino gedacht waren, entwickelte es sich zu einem Platz für die innovativen Strömungen der Rockmusik. Mit Long Tall Ernie & The Shakers wurde noch im selben Jahr der Anfang gemacht. Punk und New Wave spülten jede Menge aufstrebender Musiker auf die Bühne des Kant-Kinos. Weil „Conny“ ein offenes Ohr besaß, fanden auch Künstler jenseits des Rock-Genres, wie Friedrich Gulda und Jeremy Steig, den Weg in die Kantstraße 54 ↩︎