Schlagwort: Rombitombi

  • 25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    Die Mücken sind zurück. Zu den unerwarteten Plagen unserer Dachbaustelle gehörte die Mückenplage. Kurzzeitig durch Frosttage unterbrochen, fliegen die Viecher schon wieder in der Wohnung herum. Wir hoffen, dass die Bauarbeiter im Rahmen der weiteren Arbeiten auch die Stechmückenzuchtanlage wieder abbauen.

    Auch zurück ist der Schlamm der allmorgendlich auf unser Fenster gefegt wird.

    Verschwunden hingegen sind die schönen Schaffell-Hausschuhe. Denn eine Horde Kleidermotten mochte diese Schuhe noch lieber als ich sie mochte und siedelte sich dort wiederholt an.

    Ein Techem-Ableser kam, wollte aber nur zwei unserer drei Warmwasserzähler sehen. UPS lieferte Ersatzteile für Rombitombi.

    Verschwunden sind die Absperrgitter am Sachsendamm. Montag sah ich Polizei-LKWs, die diese wider einsammelten. Hätte ich Sonntag nicht wahlgeholfen hätte ich tagsüber auf der Straße herumlungern können und warten, wofür die Gitter benötigt werden.

    Aus Gründen beschäftigte ich mit intensiver mit der Microsoft-Planungssoftware MS-Planner. Und stellte dabei fest: ich denke fundamental anders. Ich denke in Strichen und Pfeile oder Verbindungen und Links; ich will Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

    Listen sind okay. Aber sobald es graphisch wird, will ich Netzwerke und Pfade.

    Madame beobachtet bei ihren Chorproben unfreiwillig die Wanderung einer kleinen Drogenszene durch die Schöneberger U-Bahn.

    Mittwoch Abend war ich endlich wieder im Stadtbad Lankwitz. Das Bad war voll, dennoch gelang es problemlos und flüssig eine längere Strecke zu schwimmen. Wie schön. Wie gut es tat. Was nett war: mit den Badleitungen noch eine Rauchen (also sie rauchen, ich steh mit rum). Die Nettigkeit gab es nicht umsonst: Zu Recht wurde ich dafür getadelt, dass ich so lange nicht mehr im Bad war.

    Parametrische Optimierung?

    Linkerhand beginne ich das Lernen für das Klausur Informationsmanagement. Dabei nehme ich aus den Augenwinkeln war, dass auch die Einsendeaufgaben 2 mich für die Klausur qualifiziert hätten – aber ich war ja dank EA1 eh schon durch.

    Weiter bin ich mir nicht sicher, ob das wertvolle Inhalte sind oder Bullshit Bingo für Fortgeschrittene. Andererseits ist es für mich das mit Abstand arbeitsnähste Seminar; gefühlt könnte ich die Hälfte der Aufgaben aus den Unterlagen unseres „digitalen Transformationsprojektes“ lösen.

    Rechterhand meldete ich mich für die Bachelorarbeit an und besitze jetzt eine „Eingangsbestätigung zu einer Anmeldung einer Prüfungsleistung.“ Diese Anmeldung wird an den Lehrstuhl überstellt werden, der dann entscheidet.

    Ich hoffe mal, seit dem Seminar am selben Lehrstuhl vor vier Wochen hat sich nichts an der Meinung des Lehrstuhls geändert. Sollte alles so kommen wie geplant, werde ich im Juni/Juli/August 2025 eine Bachelorarbeit zur Parametrischen Optimierung schreiben.

    Auf jeden Fall habe ich mir schon ein schönes Schwimmbadbeispiel ausgedacht, an dem mensch die ganzen mathematischen Konzepte demonstrieren könnte.

    Grün-Links-AfD

    Mir scheint, alles was ich zur Bundestagswahl an sich schreiben könnte, wurde anderswo bereits besser geschrieben. Deshalb möchte mich auf Bundestagswahlereignisse mit persönlichem Bezug beschränken.

    Ein paar Ergebnisse auf Mikrolevel, jeweils die Top3 der Zweitstimmen:

    Madame zählte einen Tempelhofer Briefwahlbezirk aus (die Adressen liegen in netter Gegend mit schönen Altbauten) mit dem Ergebnis:

    • Grüne 101 Stimmen / 24,7%
    • Die Linke 93 Stimmen / 22,7%
    • CDU 84 Stimmen / 20,5%

    Unsere eigene Schöneberger Nachbarschaft hat natürlich auch gewählt:

    • Die Linke 165 Stimmen / 29,9%
    • Grüne 153 Stimmen / 27,8%
    • SPD 81 Stimmen / 14,7%

    Für die Latifundien finde ich nicht den Wahlkreis in dem wir gewählt hätten, hätten wir dort wählen dürfen, aber zumindest die Gemeinde:

    • AfD 2650 Stimmen / 31,7%
    • CDU 2413 Stimmen / 28,9%
    • SPD 1491 Stimmen / 17,8%

    Und das ist kein ländlicher Bereich. Das ist inzwischen echter Speckgürtel, in dem ein großer Teil der Einwohnerschaft in Einfamilienhäusern lebt, deren Wohngebiete erst seit 20 Jahren überhaupt erschlossen sind.

    Lindh-Arndt

    Neben den Parteien muss ich doch noch zwei MdBs würdigen

    Wahlkreis 101 Wuppertal – SPD

    Einst ereignete sich eine größere Wikipedia-Veranstaltung in Wuppertal. Diese hatte eine Eröffnungsveranstaltung. Auf dem Programm der Veranstaltung war eine Rede des örtlichen Bundestags-Abgeordnete Helge Lindh angekündigt.

    Mein Gedanke war „Ey, jetzt fahre ich extra nach Wuppertal für den Event und dann muss ich mir Politiker-Grußworte anhören? Womit habe ich das verdient?“.

    Welch Irrtum. Es folgte eine der besten Wikipedia-Reden, die ich je hörte. Von jemand, der sich richtig gut damit auskannte, großer Fan war und hervorragend begründen konnte, warum ihm die Idee einer Bildung für alle so wichtig ist. Jemand, der es verstand die Grundidee der Wikipedia und eine politische Mission zu verbinden.

    Ich war beeindruckt und wünschte Lindh, dass er möglichst lange im Bundestag bleiben kann. Es hat trotz schwer angeschlagener SPD funktioniert. Im Wahlkreis 101 gewann Helge Frederik Lindh 33% der Erststimmen und damit das Mandat. (Die SPD holte bei den Zweistimmen nur 20%, noch einmal zeigend wie sehr es ein persönliches Ergebnis ist)

    Landesliste Saarland – Die Linke

    Fast vom Stuhl gefallen wäre ich allerdings bei der Info, dass Moses Arndt in den Bundestag einzieht.

    Moses Arndt prägte meine Jugend und trug maßgeblich zur Politisierung bei. Das ZAP-Punkfanzine war laut, unangepasst, herausfordernd, links, aber viel zu wild um irgendwie vereinnahmt zu werden. Im Triumvirat aus dem Pop-Intellektuellen Martin Büsser, dem Punk-Schlager-Perry-Rhodan-Kuschelautoren Klaus N. Frick und der wilden nihilistischen Energie von Moritz Arndt entstand etwas Einmaliges.

    Natürlich halten solche Glückskonstellationen nie lange. Das ZAP hielt in seiner Blüte gerade noch so lange durch, um die zweite Auflage der Chaostage in Hannover ins Leben zu rufen. (siehe August 1995: Drei Tage Chaos in Hannover)

    Dann zerfiel es, eine letzte Tat war die Gründung der APPD, der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands, die aber nur ein schwacher Abglanz ehemaliger Energie darstellte.

    Büsser gründete intellektuelle Popmagazine, Frick kuschelte in einer unpolitischeren Szene vor sich hin, und von Arndt hörte man, dass er hinter runtergelassenen Jalousien in einem schwer kameraüberwachten Haus im Saarland wohnt.

    Später dann: Er hat als Arzt promoviert und ist jetzt Ringarzt bei Mixed-Martial-Arts kämpfen.

    Und jetzt: Er ist Bundestagsabgeordnete für die Linke, Landesliste Saarland. So speziell übrigens, dass ich anlässlich dessen das erste Moses-Arndt-Foto meines Lebens sehe. Das kam für mich so erwartet als würde Papst Franziskus einer queeren Volleyballmannschaft beitreten.

    Französischer Easy Listening

    Feinanteil: Als Wahlhelfer in einem sächsischen Dorf.

    Männergenerationen am Land.

    Seit langem mal wieder ein Computerspiel, das mich interessieren könnte: Caravan SandWitch durchgespielt und verblüfft

    Gunhild Rudolph fuhr nach Frankfurt und beabschlusste an der Deutschen Gartenakademie.

    Sei wie Frau Novemberregen: Ich habe ja seit einigen Wochen ein neues Hobby, nämlich lästige Bürgerin sein. Man kennt sowas ja im Rahmen des Shareholder Activism, Leute, die einem den letzten Nerv rauben, ich freue mich auf viel Korrespondenz mit meinem/meinen Wahlkreisabgeordneten

    Claudia im Schnee: Nur eineinhalb Stunden vom Bahnhof Tokyo entfernt liegt das Skigebiet Yuzawa (湯沢). Dort liegt ab Dezember bis in den April hinein Schnee, oft mehrere Meter hoch. Hat sich der Schneeanzug für unseren Sohn doch gelohnt

  • 23-09-07 16 x 0- (14,9)

    23-09-07 16 x 0- (14,9)

    Ungewohntes Gefühl. Ich sitze im Büro und auf dem Handy meldet sich der Staubsaugroboter mit „Hilfe! Ich hänge fest! Rette mich!“ – Es fällt schwer, den Roboter in diesem Moment nicht zu vermenschlichen und zur Hilfe zu eilen.

    Madame kaufte auf dem Wochenmarkt erstaunlich preiswerte Heidelbeeren. Bei erster Inspektion erwiesen diese sich als erstaunlich bitter. Bei noch näherer Inspektion erwiesen sie sich als Aronia – die Apfelbeere. Immerhin gesund.

    An den Südkreuz Offices tauchten neue Schilder auf. Bei uns im Haus residiert nun Tempton, die Zeitarbeitsfirma. Somit büro’en zwei Zeitarbeitsfirmen im Gebäude, ein öffentlich-rechtlicher Schwimmbadbetreiber sowie ein eingetragener Verein, der 2 Millarden Euro öffentlicher Mittel verwaltet

    Auf jeden Fall eine originelle Mischung.

    Nebenan ließ sich netgo ein großes Schild ans Dach schrauben. Anscheinend wollen die Macher nicht nur reich werden, sondern jetzt auch bekannt.

    Im Bus ein Teenie-Pärchen. Beide sahen gesünder aus, hätten in Outfit, Taschen, Make-Up und Frisur aber direkt dem Wir-Kinder-vom-Bahnhof-Zoo-Film entsprungen sein können. Haben wir schon so heftig wieder 80er-Revival?

    Disco-Fox

    Am Mittwoch wollt‘ die Süße mit mir tanzen gehn. Und das war reichlich schön. Erstes ernsthaftes Tanzen im Walzer linksgestrickt – inmitten von Leuten, die wissen was sie machen – seit Corona. Dazu noch anderthalbarmig. Denn das ehemals gebrochene Handgelenk reagiert weiterhin sensibel.

    Passend, dass Tanzlehrer G eine sehr handgelenklastige Disco-Fox-Drehung einführen wollte. Die war weniger schlimm als gedacht – aber mit Herausforderungen: Richtig ausgeführt ging es gut, falsch ausgeführt schmerzte es. Wir gingen eine Stunde vor Ende. Handgelenkschonung und ehrlich gesagt nach knapp 4 Jahren Tanzpause war auch die Kondition nicht mehr die beste.

    Auf dem Rückweg Duolingo. Streak retten und neue Streak-Freezes kaufen. Noch kann ich das aus ehemals angesparten Punkten machen, aber der Punkte-Cashflow ist klar negativ.

    Dabei ist der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im engeren Sinn:

    Betriebliche Einzahlungen – Betriebliche Auszahlungen

    Alternativ lässt sich das auch aus der Bilanz bestimmen:

    Jahresüberschuss + Abschreibungen – Zuschreibungen + Zuführung von Rückstellungen – Auflösung von Rückstellungen

    Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im weiteren Sinn (CabiwS) umfasst auch die Veränderung der Betriebsmittel im Umlaufvermögen. Das heißt in der Bilanz lässt er sich bestimmen als

    Jahresüberschuss + Abschreibungen – Zuschreibungen + Zuführung von Rückstellungen – Auflösung von Rückstellungen – Bestandsveränderungen Forderungen aus Lieferungen & Leistungen + Bestandveränderungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – Bestandsveränderung Vorräte

    Verkürzt: Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit i.w.S. (CabiwS) entspricht dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit i.e.S. ergänzt um den Betriebsmittelabbau.

    Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (CaInv) entspricht dem

    CabiwS – Bestandsveränderungen Sachanlagevermögen – Abschreibungen – Bestandsveränderung Finanzanlagevermögen

    Und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wiederum errechnet sich aus

    CaInv – Ausschüttungen + Netto-Aufnahme von Krediten und Begehung von Anleihen.

    Wie man sieht: Ich lerne noch für die Klausur Finanzierung und Investition.

    Quengelhipster

    Bisher hatte ich den neuen Automaten an der Kreuzung für klassische Quengelware gehalten: Süßkram, ein paar Getränke, vielleicht Yum Yums. In 50 Meter Nähe von mehreren Spätis ein wagemutiges Konzept.

    Nach dem Tanzen betrachteten wir den Automat genauer. Welch Irrtum! Das ist voll die Hipster-Quengelware! Also er beinhaltet schon Süßkrams, Getränke und Yum Yums. Aber nicht irgendwelche Sachen. Die Hälfte der Packungen ist asiatisch beschriftet, bei der anderen Hälfte sagt mir der Markenname nichts. Und eine Packung Süßbapp kostet sechs Euro. Und dann sind noch die Energy-Drinks.

    Getränk des Eris

    Zum den Energy-Drinks muss ich etwas ausholen:

    Ich schreibe ja ab und an Fernuni-Klausuren in Präsenz. Da trifft man seine Kommiliton*innen. Die sind direkt vor der Klausur angespannt. Menschen, die sehr angespannt sind, teilen sich erfahrungsgemäß in zwei Gruppen auf: In Menschen, die gar nicht mehr reden und in sich versinken und in Menschen, die ununterbrochen reden.

    Eine Mathe/Informatikklausur im Fernstudium betreibt eine doppelte Sozialauswahl in Richtung „redet gar nicht“ und dementsprechend gespannt-ruhig war es vor der Klausur.

    Bis auf die beiden Jungs, ich würde schätzen im besten Erst-Präsenzstudiums-Alter direkt nach dem Abi, die zusammen gelernt hatten, nochmal den Spickzettel durchsprachen, dreimal ihre Sachen umsortieren und überhaupt „normal“ waren. Beide hatten eine identische auffallende Flasche GÖNRGY auf dem Schreibtisch. Sagte mir nichts. Naja, was interessieren mich die Anwandlungen der Jugend.

    Dann tauchte der Drink auch im Quengelhipsterautomaten auf und ich wurde neugierig. Gönrgy ist nicht irgendein Energydrink. Es ist der Energydrink von MontanaBlack, weltberühmt im deutschen Youtube und Twitch. Und damit ziehen von mir unbeachtete Internetecken schon in den Süßwarenautomat um die Ecke ein.

    Vampire

    Madame war bei den kleinen Vampiren.

    Ich war bei den großen Vampiren. Sprich ich furh mit dem Bus zum Zentrum für Transfusionsmedizin und Zelltherapie von DRK und Charité – wobei das DRK sich selbst sehr viel offensiver am Zentrum bewirbt. Aber das DRK wirbt vermutlich auch die Freiwilligen an, welche die Blutspender versorgen und die wahre Geheimwaffe dieser Blutspendeeinrichtung anrichten: Schlesische Häckerle-Häppchen.

    Nachdem der Vorlauf mittlerweile in Rekordzeit durchgeht, zeigten sich die Adern ungewohnt widerspenstig. Am Ende gewann ich eine Piccolo-Flasche Sekt.

    Auf dem Weg vorbei an der weiter vor sich hin lahmenden Querdenkerdemo. Die immerhin versucht die Corona-Protest und Pro-Russland-Bewegung auf einen Nenner zu bringen mit „Deutschland raus aus WHO, NATO und EU.“

    Zentrum für Transfusionsmedizin von DRK und Charité

    Excelsior

    Kellerkind empfiehlt den Lido-Komplex auf Madeira.

    Die Zahl der Nachtzüge von Berlin nach Brüssel und Paris erhöht sich deutlich.

    Via Tagesspiegel-Nachrufe entdeckte ich den schön klingenden Dokumentarfilm Berlin Excelsior. Erhältlich über Filmfriend – das heißt über die Mitgliedschaft in vielen öffentlichen Bibliotheken.

    Im Mai schrieb hier ihr schonmal über das Garten-Kunst-Projekt Pollinator Pathmaker. Ich ahnte nicht, dass es in Berlin bereits umgesetzt wird, auf der Grünfläche vor dem Naturkundemuseum.

    Es gibt finanzielle und ökologische Gründe, um nicht für eine Vorstellung in die USA zu fliegen. Aber wenn die Oper Valis nach Phil K. Dick am MIT uraufgeführt wird – ich bin versucht.

  • 23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    23-09-05 Äquivalente Annuität (Büffelzikade)

    Rombitombi fuhr auf’s Land. Rombitombi wagte sich an Abgründe, aber fiel nicht herunter.

    Frau Fuchs wird nach Weimar ziehen.

    Madame traf auf dem Dachboden einen jungen Mann beim Saubermachen.

    Die Post lieferte Kokos und Kaffee.

    Madame war wieder des zweihändigen Schneidens mächtig.

    Um mir während des Lernens den Kopf freizukriegen, las ich ein wenig in verschiedenen „Ich-studiere-an-der-Fernuni-Blogs“ herum. Was mir auffiel: während nach Fernuni-Zahlen etwa ein Viertel bis ein Drittel der Student*innen bereits einen Uni-Abschluss haben, besteht die Fraktion „Ich beginne ein Blog, um nur über das Studium zu schreiben“ anscheinend zu 100% aus Menschen, die noch nie vorher mit einer Uni zu tun hatten.

    Wieviel Geld würden Sie für einen Lottoschein ausgeben?

    Nach der Klausur ist vor der Klausur. Wunder der Algo-Mathe. Keine anderer Kurs hat mich im Vorfeld so viel Energie gekostet wie dieser, dafür habe ich die Klausur schnell und gut weggesteckt. Nach der Klausur ging es noch ins Insulanerbad, Kopf freischwimmen und dann auf in die Brandenburger Hamptons.

    Den extra freigenommenem Montag konnte ich schon wieder dem Lernen für Modul 31021 Investition und Finanzierung widmen.

    Die gute Nachricht: Die einzige Chance durch diese Klausur zu fallen besteht in eigener Dämlichkeit. Die schlechte Nachricht: Wie ich mich kenne, liegt das komplett im Bereich des Möglichen.

    Inhaltlich ist Nichts überraschend. Ich habe Anno prä-Jahrtausendwende bei Karl-Dietrich Opp Soziologie studiert. Dessen Mikro-Makro-Ansatz mit Betonung auf dem (mehr oder weniger) rational handelnden Individuum lag nah an der wirtschaftswissenschaftlichen Entscheidungstheorie. Inhaltlich lernte ich das alles schon einmal.

    Bisher war meine Vorbereitung rudimentär: Einmal das komplette Script durchlesen und beschließen: „Im Prinzip ergibt das alles Sinn. Ich verstehe was sie wollen. Die verwendete Mathematik ist kein Hexenwerk.“ und einmal mit Hilfe der Script-PDF und Strg+F die Einsendeaufgaben bearbeiten. Wobei mir der Einsendeaufgaben-Erfolg der Methode auch sagt: Inhaltlich habe ich das verstanden.

    Aber ich muss noch viele Formeln, Variablen und deren Zusammenhang auswenig lernen.

    Mathematisch ist es das Gegenteil der Mathe-Klausur: Während die Matheklausur im Wesentlichen mit den Zahlen 1,2,n agierte und dafür die dollsten formalen Zaubertricks aus dem Hut zauberte, bleiben wir hier bodenständig mit Exponentialrechnung, leichter Statistik (Varianz/Standardabweichung) und wenn es Hart-auf-Hart-kommt einer ersten Ableitung im zweidimensionalen Raum. Dafür kommen hier lauter echte Zahlen mit vielen Nachkommastellen in langen Gleichungen. Anders gesagt: Viel Chancen für southpark sich zu verrechnen.

    Und wieder die Basler. Während Leonhard Euler aus Prinzip in jede Mathe-Klausur gehört, wird sein persönlicher Freund Daniel Bernoulli mit dem Bernoulli-Prinzip für Entscheidungen unter Risiko mit Sicherheit einen Auftritt in der Investitions-Klausur bekommen.

    Hornissenbuffet

    Von der Terrasse aus beobachteten wir wilde Kohlweißlingskämpfe. Also für die beteiligten Kohlweißlinge waren diese vermutlich wild, aus Menschenperspektive wirkte das apart.

    Der Montagmorgen fiel über die Brandenburger Hamptons. Das Außenthermometer zeigte 12 Grad. Die Sonne fiel gelb-orange über Feld und Wiese und im leichten Tau zeichneten sich Spinnennetze zwischen dem Sauerampfer ab. Besser wird es nicht mehr.

    Fast ebenso gut: Spätabends auf der Terrasse bei einem Glas Wein das Sommerdreieck betrachten und plötzlich feststellen, dass die ISS vorbeifliegt.

    Auf einer Rose (Eden ’85?) entdeckten wir eine Büffelzikade. Hätte ich nicht zufällig gesehen, wie sie sich bewegt, hätte ich sich für einen Teil des Blattes gehalten. Vermutlich hätte ich sie im Sinne der Obstbäume gleich erschlagen sollen.

    Büffelzikade auf Blatt vor grünem Hintergrund

    Goldruten haben als invasive Arten einen schlechten Ruf. Auch uns flogen sie zu und jedes Wochenende ziehen wir den ein oder anderen Goldrutentrieb aus der Erde. Zwei Pflanzen ließen wir: uns diese sind ein Insektenmagnet erster Güte. So stelle ich mir die Buffeteröffnung auf einem Kreuzfahrtschiff so, so wie Dutzende Bienen, Fliegen und Hummeln sich um die Goldrute tummeln. Nur wenn die Hornisse kommt, schrecken sie auf und stieben kurz davon. Die Hornisse scheint eher am Buffet der Buffetbesucher interessiert. Ich möchte es filmen und mit der Jaws-Melodie unterlegen.

    Töpfern und Termini

    Meine Kommillitonin Sarah Schulze Tenberge hat es auf die Vorstellungsseite der Fernuni geschafft. Was ich noch ergänzen kann: Mathe kann sie auf jeden Fall richtig gut.

    Karen schriebt wieder von ihrer großartigen Europareise, die auf dieser Etappe eher die Fähre als den Zug nutzte: Von Kineta über Patra nach Bari nach Roma Termini.

    Von Pariser öffentlichen Bädern berichtet die New York Times und unterstreicht, was auch ja auch immer sage (und nicht nur über Paris): Swimming in Paris is a full-on cultural experience. Many public pools don’t just feel like historical monuments, they are historical monuments… But after a year of swimming in Paris, it’s the smaller cultural insights I’ve gleaned that I find most precious: the intimate views into the French psyche and style of living that are on near-naked display in the swimming lanes, locker rooms and showers. (Catherine Porter: To Experience Paris Up Close and Personal, Plunge Into a Public Pool)

    Ilfiglio Maultaschenravioli fuhr mit Zug und Bus nach Bosnien.

    In den Hamptons-Hamptons sind Töpfer-Parties der neue Trend.

    Letztens schrieb ich noch, dass Kunstmarkt und Organisierte Kriminalität nicht ohne aneinander zu denken sind. Der Deutschlandfunk geht dem freundlicherweise mit einem Podcast nach: Tatort Kunst.