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  • 26-04-21 How do you know when the hug is done?

    26-04-21 How do you know when the hug is done?

    Madame erklärte den Unterschied zwischen einem Algorithmus und KI.

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    Ich war das erste Mal seit Januar 2025 unprovoziert auf einer US-News-Website. So tief sitzt der Stachel.

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    An der most plastic Plastic Plaza Berlin, dem Uber-Platz zwischen der Uber Arena und der Uber Eats Music Hall, wollten wir Essen. Wer zuerst kommt, sucht aus. Madame wählte den Kumpir Club, oder wie mir ihre Rechtschreibprüfung mitteilte: Sitze bei lumpig.

    *

    Bestandsaufnahme nach dem Regen: Die Ahornblüten am Parkplatz wurden komplett niedergeschwemmt. Der rosa Fluschelpuffel hielt sich tapfer. Unter dem Magnolie im Office-Innenhof steht aktuell eine weiß überzogene Buxbaumkugel.

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    Es war ein Regensonntag im Garten und ein Trockenmontag zwischen Arbeit und Hail Mary.

    Wesselburen ist AWBU, Lörrach ist RLR

    Dank Uschi wurde ich auf die wunderbare Welt der Bahn-internen Bahnhofsbezeichnungen hingewiesen, Nach diesen hat zum Beispiel der Hauptbahnhof Hannover die Bezeichnung HH, der Hamburger Hauptbahnhof wird hingegen AA geschrieben.

    Ich folgte der Spur und stellte fest, je tiefer ich mich in das Thema hineinbegebe, umso unklarer wird, warum welcher Bahnhof wie betitelt ist. Nur scheinen Telegrafenkürzel des 19. Jahrhunderst einiges damit zu tun zu haben.

    Damit ich nicht komplett im Kaninchenloch verschwinde, arbeitete ich mich mit Bekanntem wieder heraus: Der Bahnhof Südkreuz trägt das Kürzel BPAF – Ich vermute Berlin Papestraße Fernbahnhof.

    Die Schubkarre füllte sich

    Madame hechtete aus der S-Bahn in den mit laufendem Motor bereit stehenden Subaru, um mit auf die Latifundien zu kommen. Denn wir noch nachts ankämen, würden wir morgens bereits im Garten aufwachen. Es galt das Drittel des Tages zu erwischen bevor zur Freude des Gartens und zur Unfreude der Gärtner*innen der große Landregen begann.

    Vor dem Regen: Die Kirschallee in der Ferne leuchtete über das Feld. Kirsche und Steinfrüchte in der Nähe leuchteten über den Garten. Ich himmelte die rosa Staubblätter in der weißen Birnenblüte an. Unter dem Rotdorn blühte die einzige tapfere rote Tulpe, die dort seit Jahren blüht. Vom Feld schaute ein großer schwarzer Hund zu uns hinüber.

    Wir versuchten eine Kaffegartenrunde zu absolvieren, die einerseits vor dem Regen fertig würde, andererseits auf gar keinen Fall Anzeichen von Eile zeigte – denn das stünde dem Zweck dieser Runde komplett entgegen.

    Im beginnenden Regen: Madame brachte den Rosendünger aus. Ein Eichelhäher lieferte eine Flugshow an der Pergola.

    Im Starkregen: Madame arbeitete, ich las weiter in Exhalation. Dazu im Deutschlandfunk Django Reinhardt über Bach, danach die Ska-Urgesteine El Bosso & die Ping-Pongs.

    Im Erdgeschoss bestellen, im dritten Stockwerk abholen und essen

    Liebes IMAX, wir müssen über den Ausdruck „normal“ reden. Ich bin nun wahrlich kein der Connaisseur der Kleinportion. Aber in dem was ihr unter einem „normal“ großen Popcorneimer verkauft, hätte mensch Spaghetti für eine komplette Jugendhandballmannschaft kochen können.

    Wobei ich beim Popcorneimer noch dachte „naja, ist halt für Menschen, die auch Freunde haben, die teilen sich das.“ Aber die Colabecher in denselben Proportionen. Are you kidding?

    southpark verlässt das Arthouse-Biotop, geht ins UCI luxe und staunt; nicht nur darüber wieviel Geld mensch für eine einzige Kinokarte ausgeben kann, auch für ein paar Magnum-Bons, die acht Euro kosten – und es Menschen gibt, die dies bezahlen. Eine wundersame Welt.

    Der Besuch dieser Welt lohnte: denn nirgends ist der Screen größer und der Sound besser und es galt ein Weltraumepos zu sehen.

    Aber vorher: Werbung.

    Dieses Bild zeigt nicht wie steil die Plätze bergab gehen und wie riesig diese Leinwand ist.

    Spider Wars 14

    Ein anderen Kino bedeutet andere Werbung. In diesem Falle bedeutet ein Mainsteam-Blockbuster-Kino auch Werbung für Mainstream-Blockbuster-Filme.

    Es gab Werbung für Scream 7 (8? 9?), Spider Man irgendwas, Star Wars das-will-doch-wirklich-niemand-mehr-zählen. Inspirierend, und sei es nur anregend zur Geldausgabe-für-ein-Kinoticket wirkte das jetzt nicht.

    Was mich aber noch mehr überraschte als die inhaltliche Ödnis der Trailer: Ich saß in der Überwältingungsmaschine IMAX und die Trickeffekte sahen dennoch bestenfalls nach einem mittelmäßigen Computerspiel aus. Letztens las ich noch in einer Überschrift, dass Film-CGI in den letzten Jahren schlechter wird. Mein visueller Eindruck schien das zu verfestigen.

    Oder ich hatte noch keine Brille ich das letzte Mal in einem echten Special-Effects-Film war.

    Den Trailern nach zu urteilen, besteht großes Kino derzeit überwiegend aus der Fortsetzung der Fortsetzung einer Serie, die 1980 ihren kreativen Höhepunkt hatte, und nun mit zweifelhaften CGI aufgepimpt wird.

    Da freue ich mich die über all jene, die sich davon nicht abschrecken lassen, trotzdem ins Kino gehen, dort riesige Popcorneimer kaufen und damit das IMAX finanzieren, auf dass ich es auch einmal in 10 Jahren besuchen kann.

    Im Atmen orientierte er sich an Katharine Hepburn

    Popcorneimer waren angebracht. Wir sahen „a masterpiece of a family popcorn movie“ – The Astronaut/Project Hail Mary mit Ryan Gosling, Sandra Hüller und Rocky der Puppe.

    Toller Film, nicht lebensveränderung, keine große Kunst, aber ein richtig, richtiger schöner popcorniger, lieber, emotionaler, ästhetisch toller Popcornfilm.

    Und, beste Entscheidung, weitgehend ohne Computergrafik. Denn die Macher*innen des Films verließen sich auf die jahrhundertealte Kunst des Puppenspiels. Das tolle, großartige Alien Rocky war eine Puppe, die von sechs Rockyteers gespielt und vom Hauptrockyteer James Ortiz gesprochen wurde.

    (Für Hintergrund: A Little Baby Owl. A Little Katharine Hepburn. All Alien.)

    Denen gelang es, eine Puppe zu erschaffen, die wirklich Alien, nicht-menschlich-nicht-tierisch aussieht, und doch so viel „Gestik“ und Leben in sich hat, dass mensch sie sofort knuddeln möchte. Wie Ryan Gosling auch – der aber dann das Konzept einer Umarmung erklären muss.

    „Wann ist die Umarmung vorbei?“ – „Man merkt es.“

    Notat

    Service: hier veröffentliche die DB InfraGo die komplette Excel-Liste sämtlicher Abkürzungen der Betriebsstätten.

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    Für den Herbst. Es war gar nicht so einfach, noch Narzissenlücken zu finden. Außer der Stelle am Obstbaumweg zwischen neuer Birne und Mirabelle, die wir immer vergessen.

    Nett wären welche im Landschilfhain.

    Und unter dem Wohnzimmerfenster.

    Telechandler

    In der neuen Folge erklärt Franceso Wilking von Die Höchste Eisenbahn und Tele, wie er mit 16 in das Werk von Bob Dylan eintaucht.. und das wird Madame vermutlich interessieren, weil der 16jährige Francesco in ihrer eigenen Schulband spielte. (via)

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    Auch ’ne Idee zur Studienfinanzierung: Sie kümmert sich

    *

    Und ich stellte es mir komisch vor, zum letzten Mal die Tür zu schließen. Dann andererseits auch nicht, man schließt ständig irgendwelche Türen zum letzten Mal, macht es sich nur nicht bewusst und kann natürlich alles mit Bedeutung aufladen, wenn man dazu neigt. Ich neige dazu nicht. Aber die Tür zum Elternhaus ist dann ja vielleicht doch, naja, wir werden sehen, dachte ich mir.

    *

    Borges meinte glaube ich mal, dass die besten Rezensionen zu nicht-erschienenen Büchern geschrieben werden. Rein subjektiv gilt das natürlich auch für nicht gelesene Bücher. Zumal wenn es Bücher sind, die ich durchaus lesen könnte, aber irgendwie nie dazu kam: Einige Gedanken zu „Lebwohl, mein Liebling“ von Raymond Chandler

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    An liebe jedes Wort in diesem Text.

  • 24-12-05 Merken: Unfallkasse Berlin

    24-12-05 Merken: Unfallkasse Berlin

    Ob mensch 300 Hongkong-Dollar in Scheinen in Berlin in Euro wechseln kann ohne Aufwand für 500 Hongkong-Dollar dafür treiben zu müssen? Was ist mit den 100 mexikanischen Peso, die in derselben Kiste lagen?

    Auf der jährlichen Arbeitsschutzunterweisung lernte ich: Der klassische Unfall auf dem Weg zur Arbeit ist der Alleinunfall mit dem Fahrrad. Das kann ich bestätigen: Mein einziger Arbeitsunfall war 2019 (?) ein Alleinunfall mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Es war im Winter fünf Uhr morgens, um die Null Grad, auf den meisten Straßen stand Wasser – nur auf dieser einen befand sich eine kleine Eisfläche.

    Passiert ist außer einer Prellung nichts. Aber eine schadhafte Hinzuziehung des Ellbogens stand kurz im Raum. Ich lernte die Segnungen des Wortes „Berufsunfall“ in Arztpraxen kennen. So schnell und ausführlich wurde ich spontan nie wieder behandelt. Aber ich lernte auch: das Zauberwort muss begleitet werden von der Nennung der zuständigen Berufsgenossenschaft.

    Nachdem ich diese über das Jahr zwischen den Unterweisungen vergaß, werde ich sie mir nun merken: Es ist die Unfallkasse Berlin.

    Auch gelernt. „Rauchen ist keine betriebliche Tätigkeit.“

    Ich frage mich, ob die IT-Personen-Unterscheidung in Team Lötkolben und Team Tastatur nicht nahezu identisch ist mit Team-im-Zweifel-behalten und Team-im-Zweifel-wegwerfen.

    Als kleines Nikolausgeschenk bekamen wir eine API-Schulung bei unserem Ticketsystem-Anbieter. Die entpuppte sich überraschend schnell als komplex, klingt aber generell nach viel Spaß.

    Gelernt: die Steigerungsform vom Adventskalender ist der Weihnachtswichtel, der sich jede Nacht noch ein lustiges Programm überlegt. Du meine Güte. Why?

    Madame unternahm eine Tour durch West-West-West-Berlin und kam dabei auch am U-Bahnhof-Schlossstraße in Steglitz vorbei. Sie war beeindruckt von „Brutalismus in quietschbunt.“

    Von ihren Exkursionen brachte sie eine Zitronenpresse und Crowdfarming-Cacciocarvallo mit. Da ihr Weg am Recyclinghof begann, brachte ihr Ausflug dennoch einen Netto-Masse-Verlust an Haushaltmasse.

    Endlich ist der Trump-Sieg auch in unserem Briefkasten angekommen. Langsam können wir das New York Magazine1 wieder lesen. Das benötigt in seiner Papierversion immer ein paar Wochen bevor es von New York in den Briefkasten gelangt. Und in den letzten Wochen wussten wir natürlich wie die US-Wahl ausgeht. Das Magazin war aber noch voll großer Hoffnung auf Kamala Harris und in bang-freudiger Erwartung. Hart zu lesen.

    Besser: Wieder ein paar hundert Seiten in den Jakobsbüchern geschafft. Die sind genauso ausschweifend erzählt wie ich es mir für ein Werk der sehr frühen Neuzeit vorstelle. Am Ende ist es eine ähnliche Reise wie durch die Don-Quixote-Lektüre. Es will überhaupt nicht mehr aufhören, zeitweise wird es arg anstrengend. Gerade bei den Jakobsbüchern kämpfe ich auch nach 600 Seiten noch darum, den ganzen ausfernden Cast auseinanderzuhalten. Am Ende aber freue ich mich über jede Seite.

    Fasziniert bin ich von der Musk-Milei-Taktik der FDP. Offensichtlich wurde die These von Elon Musk zu lernen nur in die Welt gebracht, um von Pyramiden und offenen Feldschlachten abzulenken. Es funktioniert erschreckend gut.

    Abgestoßen bin ich, weil die FDP die klassische AfD-Methode anwendet: „Wir sagen irgendwas was inhaltlich komplett jenseits von Gut und Böse und der Realität ist. Menschen, die uns eh nicht wählen, wird es auf die Palme bringen und sie werden es empört breit thematisieren. Menschen, die uns vielleicht wählen, werden denken, dass es überspitzt und übertrieben ist, aber die Richtung stimmt.“

    Der andere Techniker

    Vor gar nicht so langer Zeit unterschrieben wir einen Termin für Glasfaser. Angekündigter Umstellungstermin: Februar 2025. Also noch weit hinter Weihnachten. Soweit ich verstand war Kabel weder im Keller noch vom Keller auf unserer Etage gezogen.

    Deshalb erstmal ignorieren. Ist noch lange hin.

    Die Telekom sah das anders, schickte gefühlt täglich Mails und SMS zur Umschaltung und drängelte auf einen baldigen Termin, damit wir den Wohnungsteil fertig bekamen. Wir ließen uns zum 4.12. drängeln.

    Wohnungstermin bedeutet Zugang zum Hausanschluss. Das ist nicht ganz trivial. Denn die Kommunikation läuft Telekom-Technik -> Telekom-Dispo -> Telekom-Callcenter -> wir -> Vermieter -> Hausverwaltung -> Hausmeisterservice -> Hausmeister oder umgekehrt. Detailabsprachen sind schwierig.

    Und so rief mich am 4.12. im 12 der Hausmeister an:

    Hausmeister: „Ich bin jetzt da. Wo ist der Techniker?“

    Ich: „AB 12 Uhr. Nicht UM 12 Uhr. Keine Ahnung; genauere Infos habe ich nicht.“

    H: „Öh“

    I: „Hm“

    H: (wegsprechend vom Telefon) „Sind Sie hier wegen der Glasfaser?“ (zu mir): „Wir haben Glück gehabt!“

    H: (fünf Minuten später): Ne, das war ein anderer Telekom-Techniker der aus anderen Glasfaser-Gründen an den Hausanschluss musste. Wann kommt denn ihrer?
    I: ?!?

    „Unser“ Techniker kam natürlich drei Minuten nachdem das eine wichtige Home-Office-Meeting des Tages angefangen hatte, bei dem ich als alleiniger Vorturner vorgesehen war. Wie man es sich wünscht. Entgegen allen Widrigkeiten funktioniert am Ende alles. Jetzt wartet der Anschluss nur noch darauf, dass wir unsere Nachbarn antreffen, um bei ihnen das Paket mit dem Modem auszulösen.

    Godot ist kein Dezemberkind

    Vielleicht doch Silvester auf Föhr? ZOLL-HH: 150 Kilogramm Kokain an Nordseestränden angespült/ Staatsanwaltschaft und Zoll ermitteln wegen illegaler Einfuhr

    Der rbb mit den Basisdaten unseres Bundestagswahlkreises 80: Bundestagswahl 2025 | Wahlkreis 80 Berlin-Tempelhof-Schöneberg (ergänzend: WK 58 – Latifundien: Oberhavel – Havelland II und WK 62 – Hafenstadt – Dahme-Spreewald – Teltow-Fläming III)

    Man kann wirklich jedes Dezemberkind fragen. Jeder von ihnen wird euch sagen, dass es keinen Spaß macht kurz vor, direkt an oder kurz nach Weihnachten Geburtstag zu haben.

    Vom sich verlieren & sich suchen.

    KI-Rant von Ed Zitron: Godot isn’t making it

    „There is no path, from what I can see, to turn generative AI and its associated products into anything resembling sustainable businesses, and the only path that big tech appeared to have was to throw as much money, power, and data at the problem as possible, an avenue that appears to be another dead end.

    And worse still, nothing has really come out of this movement. I’ve used a handful of AI products that I’ve found useful — an AI powered journal, for example — but these are not the products that one associates with „revolutions,“ but useful tools that would have been a welcome surprise if they didn’t require burning billions of dollars, blowing past emissions targets and stealing the creative works of millions of people to train them.“

    1. Nicht zu verwechseln mit dem New Yorker. Wenn der New Yorker Pink Floyd in ihrer frühen Phase sind, ist days New York Magazine die Spice Girls. ↩︎
  • 23-10-31 Der älteste Stuhl Sachsens

    23-10-31 Der älteste Stuhl Sachsens

    Wir entschieden uns für Paula in hellblau und Puff No.9.

    Madame nutzte den Berliner Nicht-Brückentag um einem Internetgerücht hinterherzurecherchieren: Gibt es im griechischen Supermarkt Ariston wirklich das beste Olivenöl des Ortsteils? Wir werden testen.

    Auf jeden Fall gibt es bei Ariston tiefgefrorenes Miesmuschelfleisch, welches es erlaubt, Miesmuscheln als einzelne Zutat unter mehreren, auch bei haushaltsüblichen Rezepten, zu verwenden. Madame kochte Skinny Bouillabaisse und bloggte über Ginger Chicken.

    Der Dachgerüstsfahrstuhl schaffte einen LKW voller Dachbalken auf das Dach. Tagsüber hören wir Bohrgeräusche. Uns scheint, die Dachbaustelle macht ernst.

    Wohnung 2R scheint nach Jahren des Renovierens wieder bewohnt.

    Warum gibt es keine Wellenbad-Badewannen mehr?

    Chemnitz. So viel Input in so wenig Zeit.

    Ich beginne chronologisch am Samstag Mittag, und schaue, wann mir das Gedächtnis ausgeht.

    SCHOCKEN war ein Kaufhaus, vielleicht das Kaufhaus in Chemnitz. Es gehörte zum Konzern der Zwickauer Brüder Salman und Simon Schocken. Diese ließen 1929/1930 durch Erich Mendelsohn ein modernes Kaufhaus für eine moderne Stadt errichten; ich möchte sagen ein ikonisches Gebäude. Während das Kaufhaus Tietz eher für die gehobeneren Stände war, wollte Schocken die demokratische Masse bedienen: Aufbruch in eine neue Zeit des Massenkonsums.

    Dann kam das übliche deutsche Elend: Boykott durch Nazis, gewaltsame Arisierung, HO und Kaufhof. Bis das Haus zusammen mit dem ehemaligen Kaufhaus Tietz an die Chemnitzer Wohnbaugesellschaft fiel. Nach einigen Jahren des Rätseln über seine Zukunft zog im Schocken das neu gegründete Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) ein.

    Eingang zum Kaufhaus Schocken.

    Ikonisches Haus, direkt neben unserem Hotel, spannendes Museum, interessant aussehende Sonderausstellung über die Archäologie des Wohnens: Wir waren gebucht.

    Ich betrat die Ausstellung und war skeptisch: Die Ausstellung ist nicht chronologisch oder nach Fundorten gegliedert, sondern nach Wohnbereichen gegliedert: Haus / Feuer (Küche) / Lager-Vorräte / Sitzen / Wasser (Bad; Nassräume) / Schlafen / Deko. Es beginnt mit „Haus“. Und das allererste sichtbare Ausstellungsstück ist ein Puppenhaus von 1930, Leihgabe aus dem Berliner MEK.

    Grundsätzlich finde ich Ausstellungsgliederung gegen den Strich toll. Ich aber fragte mich: Richtig alte archäologische Funde sind meist grau-braun. Sie sind nur mit Mühe zu erkennen und fordern immer ein gewisses Maß an Phantasie. Wie sollen die in einer Vitrine mit bunten, heilen Sachen aus dem 18/19/20/21. Jahrhundert konkurrieren können? Geht nicht die eigentliche Archäologie unter?

    So hingen ein paar daumengroße Holzstöckchen an der Wand; In eine Form gebracht, in der man eine Stuhllehne herbeifantasieren konnte. Daneben stand die sinngemäße Beschriftung: Möbel vergehen schnell und tauchen nur selten als archäologische Fundstücke auf. Dieses Fundstück aus dem Mittelalter wurde bei den Ausgrabungen als ältester Stuhl Sachsens bezeichnet.

    Zu meiner Überraschung gingen die Fundstücke nicht unter. Im Gegenteil. Bei „normalen“ Ausstellungen zu Altertum und davor denke ich irgendwann „und noch ein alter Stein. Wow.“ Hier war es anders. Gerade wenn man zum Beispiel Kisten und Truhen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert sah, dachte ich bei jedem keltischen oder ägyptischen Exemplar: Wie krass! Und das ist jetzt zehnmal so alt. So spannend, wie die Gegenstände über die Jahrhunderte irgendwie immer das gleiche waren (Feuerstelle, Truhe, Waschgelegenheit) und doch so verschieden.

    Wie sehr die Menschheit sich am selben Thema seit Jahrtausenden abarbeitet. Entgegen meinen Erwartungen war ich positiv beeindruckt. Wie sehr haben sich Stuhl/Bett/Kochstelle alleine in 300 Jahren von 1700 bis 2000 verändert und wie krass ist es, daneben ein 3000 Jahre altes Exemplar zu sehen.

    Den Eindruck konnten dann auch kleinere Schönheitsfehler nicht verhindern: die aktivierenden Mitmach-Elemente waren das was man halt 2023 als Ausstellungskurator*in so machen muss, wirkten aber etwas unmotiviert. Drollig war der Englisch-Konflikt gleich zu beginn.

    Deutscher Ausstellungstext:

    • Im Englischen gibt es nur ein Wort für Wohnen und Leben: Living.

    Englischer Ausstellungstext, direkt daneben:

    • Dwelling and living are closely related words.

    Downtown, Uptown, Midtown

    Merke: Wir müssen nach Hochdorf/Enz. Dieses Bronze-Keltensofa in der Ausstellung: Meine Güte!

    Kaufhaus Schocken, im Bewegtbild auch in alt: Schocken – Das legendäre Kaufhaus in Chemnitz– („Unser“ Hotel tritt im Film noch als Baugrube auf)

    Viel mehr zu Salman Schocken. Unter anderem etablierte er Haaretz.

    Auf der Rückfahrt erfreuten wir uns am Modellbahnmodell im Bahnhof Chemnitz. Wir staunten, dass es die Modellbahnanlagen immer noch gibt. Umso erfreulicher, dass es auch eines im bis-an-die-Zähne-umgebauten und sanierten Bahnhof Leipzig gab. Direkt darauf veröffentliche die Zeit die Geschichte dahinter: Der letzte Bahnchef. Auch diese Bahnen sind, wie so vieles, von um sich greifender Verrentung bedroht.

    Poupou bloggte über Bildung. Die Kaltmamsell vom Gastgeben. Frau Mohnblume über Scheitern & Erfolg.

    Bei Familie Rabe schneits.

    Sie war noch niemals in New York. Aber durch jahrelange Lektüre des New York Magazines haben wir ziemlich klare Vorstellungen, was an New York new yorkig ist. Ein Punkt sind die Nachbarschaften von Tribeca bis Bed-Stu. Ohne Ortskenntnis können diese verwirrend sein. Anscheinend auch mit Ortskenntnis. Die New York Times veröffentlichte eine umfassende Karte von 350 New Yorker neighbourhoods: An Extremely Detailed Guide to an Extremely Detailed Map of New York City Neighborhoods (Geschenklink, ich hoffe die eigentliche Karte ist auch zugänglich.)

    Herr Mess war bei den Mebistagen und war beeindruckt. Ich kann mir ungefähr vorstellen wie aufwendig es ist, ein solches System professionell aufzubauen ohne auf Standard-Business-Komponenten zurückgreifen zu können und bin auch sehr beeindruckt. Herr Rau cthuluierte.

    Frau Zimtkringel buk Laugenhörnchen.

  • 23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    Als ich auf dem Balkon die Wäsche aufhängte, sah ich auf dem Bürgersteig gegenüber und eine Frau in weißer Schlaghose mit schwarzem Top von rechts nach links durchs Bild laufen. Und von links nach rechts. Außerdem fuhr sie mit dem Fahrrad einmal quer. Anscheinend sollte ich mir dieses Jahr weiße Schlaghosen und ein schwarzes Top besorgen, um im Trend zu liegen.

    Damit uns die Baustellen nicht ausgehen, wurde auf der Straßenseite gegenüber eine neue aufgebaut. Diese umfasst mehrere Dutzend Meter Busspur. Die Absperrung wirkt ungeahnt professionell für diese Gegend. Anscheinend soll es länger dauern.

    Und die Baufirma wurde vielleicht nicht gestern als UHG-Tochter Ltd gegründet, die zum Firmengeflecht einer SE (Gibraltar) gehört, während der analphabetische Geschäftsführer in einem Schuppen in Rumänien sitzt und für 20 Euro irgendwas unterschrieben hat. Vielleicht ist hier eine echte Baufirma tätig!

    Der Masterplan

    In der Post lag der Hagen-Studienausweis für das Wintersemester ’23/’24. Dies ist ein geeigneter Moment, um meinen mehr als vermessenen Plan für das weitere Studium niederzuschreiben. Für später zum Kopfschütteln und „Haha!“ sagen.

    • Also Bachelor Wirtschaftsinformatik zu Ende, Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Master Wirtschaftsinformatik. Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung. (Der liegt so zwischen Informatik und Mathe wie Wirtschaftsinformatik zwischen Informatik und Wirtschaftswissenschaften liegt). Durch die Anrechung der ganzen Mathe- und Informatikkurse aus den Vormestern geht das hoffentlich übersichtlich schnell. Dort die Wahlmöglichkeiten in Richtung Mathe ziehen.
    • Und wenn ich das dann habe, habe ich die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen für den Master in Mathematik erworben.

    Andererseits: Eskalation kann ich. Es begann damit, dass ich vor einem geschlossenen Stadtbad Schöneberg stand und weitere Bäder erkundete. Dann kam ein Blog und ein Quartett hinzu und mittlerweile arbeite ich bei der Anstalt.

    Oder ich schaffe einfach NIE diesen Kurs in Algorithmischer Mathematik und humple mich irgendwann mit letzter Kraft zum Bachelor Wirtschaftswissenschaft. Aktueller Stand: Nach vier Stunden des Grübelns und Recherchierens kam ich darauf, warum ein Pfeil → in der Aufgabenstellung ein Pfeil mit Querstrich ↦ ist – und warum der Querstrich diese Aufgabe deutlich verkompliziert. Es geht nicht um eine Funktion, sondern um einen Weg in einer Kurve. Mon dieu!

    Haselnüsse und Brokkoli

    Sonntägliche Gartenbeobachten: Letztes Jahr war ein gutes Apfeljahr. Dieses Jahr wird ein gutes Blattlausjahr. The Swingin‘ K’s sind zurück im Garten. Und das freute mich sehr.

    Blühender Rosenstrauch, Stanwell Perpetual, mit weißen und blassrose Blüten

    Besuch aus Wochenend-West erzählte vom Urlaub in Cuneo (Piemont). Endlose Landschaften mit Haselnussbäumen. Und ihre Vermieterin: „Alles Nutella.“

    Herr southpark, woran merken Sie, dass sie alt werden? – Ich sah eine Werbung *zwinker* *zwinker* für Cannabisblüten, die *zwinker* von Brokkoli sprach. Und ich dachte: „Ach schade, Brokkoli hätte ich spannender gefunden.“

    Ich lernte: Der Hauptzweck von Privat-Alarmanlagen liegt darin, im Haus einen derart betäubenden Lärm zu veranstalten, dass es der/die/das Dieb vor Schmerz nicht aushält und flieht.

    In der achten Klasse hielt ich einst ein Referat über Billy Joel. Mein Musiklehrer war verwundert, warum ich einen vollkommen unmodernen Sänger als Thema wählte. Ich finde, Joel hat sich über die Jahrzehnte besser gehalten als Vieles, was 1990 modern war. Und vielleicht spürte ich schon damals einen gewissen New York State of Mind. Joel spielt 2024 sein letztes Konzert im Madison Square Garden. Die New York Times zitiert den New Yorker Bürgermeister Eric Adams mit „There’s only one thing that’s more New York than Billy Joel. And that’s a Billy Joel concert at MSG.” Ein schönes New-York-Video auch von Billys Lieblingssong: Scenes from an Italian Restaurant.

    Passend: Dieses begeisternde Outdoor-Dining-Cover des New York Magazines.

    Frau Herzbruch erzählt von Harz im Jugendhandball. Da kommen viele klebrige Erinnerungen hoch. Inklusive meiner späteren Befriedigung als unser ewiger Angstgegner als TSV Hannover-Burgdorf in die Handball-Bundesliga aufstieg.

    Comic: Wie lebt es sich als komplett farbenblinder Mensch. A Vision in monochrome.

    „The peanuts are still on board the aircraft, boarding will be withheld until clearance is given!“

    TwinDos Nummer 2 meldet, dass es fast leer ist.

  • 23-05-16 Fluch der Karibik

    23-05-16 Fluch der Karibik

    Die Hinter-dem-Büro-Baustelle dichtet das Tiefgaragendach mit Dachpappe ab. Das Dach liegt genau auf Bodenhöhe. Es sieht so aus, als würden mehrere Lagen Dachpappe direkt auf den Erdboden verlegt. Darauf wird ein halber Meter angekarrter Erde kommen, um Natur zu suggerieren. Die Hinterhausbaustelle zog Schläuche quer über den Hinterhof. Irgendeine weitere Baustelle sperrte spontan den Radweg vor unserem Haus.

    Der Bungalow-Wasserzählerwechsel mit Verplombung ist in all‘ seinen Verästelungen durchlaufen. Damit ist die letzte der dortigen Winter-’22/’23-Aufgaben vollendet.

    Der Kaptain schickte Fotos aus Sylt – ich bewundere, dass sie eine Wohnung mieten konnte, die im Erdgeschoss liegt, Meerblick hat und bezahlbar ist. Madame stand am Spandauer Damm.

    Meine Lieblings-Event-Mitarbeiterin (MLEM) testete freundlicherweise einen neu erfundenen Prozess.

    Zur mittelfristigen Erhaltung meiner geistigen Gesundheit nahm ich mir vor „Keine Uni auf der Arbeit. Auch nicht in den Pausen.“ Jetzt aber bin ich aber an einem Punkt, an dem ernsthaft Neugier und Ehrgeiz geweckt sind, Ich will wissen, wie diese komischen Mathe-Sachen funktionieren. Ich nahm mehrfach Mathe mit zur Mittagspause – weiß aber noch nicht was ich davon halte.

    Matritzenrechnungen mit zahlreichen Variablen
    Mathematiker haben es nicht so mit Zahlen.

    Weißer Flügel in Neukölln

    Neukölln gab alles. In der U7 zwischen Mehringdamm und Karl-Marx-Straße der junge Mann, gestylt, mit seiner großartigen Pastell-Neon-leuchtenden Boombox, der viel zu laut Achtziger-Jahre-Pop spielte und tanzen wollte. Das Publikum im Wagen schwankte zwischen amüsiert und genervt. Mit der ganz genervten Radfahrerin versuchte der junge Herr sich anzufreunden.

    Wir waren auf dem Weg zu Professor Transformation. Mit unserem Gourmet-Sachverständigen waren wir im „Vorwerck“, dem Event-Restaurant im Erdgeschoss der Neuköllner Oper verabredet. Ich haderte etwas – mehrgängiges Essen in Innenräumen fällt für mich unter Kultur, und damit unter Winteraktivitäten, – aber Madame und Professor Transformation waren von einem dortigen Zufallsbesuch so begeistert, dass ich zum geplanten Essen mitkam.

    Lohnend. Es gab ein 3-Gänge-Menü (Schaum vom Tomatenessenz mit Spalten von Rotweinschalotten), Kalbsrückensteak, Süßkartoffel gefüllt mit Graupen-Risotto und Azuki-Bohnen und New York Cheesecake. Durchgehend kompetent gekocht.

    Dazu, für uns nicht geplant, kamen wir zur Grand Piano Show. Wechselnd setzen sich Kellner an den weißen Flügel und spielen Pophits, Filmmusik, Klassik, die Tische raten gegeneinander. Wer zuerst den richtigen Song ruft, bekommt einen Punkt. Wir waren eher schlecht (3 Pünktchen brachten uns I will Survive, Jeannie und Time Warp). Über das Konzept an sich herrschte an unserem Tisch Uneinigkeit:

    Die klavierspielenden Kellner sind schick – wo muss man schon Fluch der Karibik am Flügel vorspielen, um Kellner zu werden? Ín seiner eigentümlichen Anmutung könnte das ganze Restaurant direkt dem New York Magazine entsprungen sein. Für Berliner Verhältnisse wirkte alles ungewohnt großstädtisch.

    Andererseits war das Essen eigentlich so gut, dass es hätte alleiniger Star des Abends sein sollen und nicht noch mit einer Klaviershow um unsere Aufmerksamkeit buhlen müssen. Aber wir kommen wieder, spätestens im Winter.

    Schafe und Scones

    Frau Herzbruch wurde zur Handball-Eishockeymutter (und als ehemaliger Kreismeister im Kleinfeldhandball kommt mir alles sehr bekannt vor.)

    Sarah Merker von den National Trust Scones besuchte die sconefreien Birmingham Back to Backs.

    Frauherr Streifzug verbrachte die ersten Wochen eines Sabbaticals auf den Orkneys und brachte unter anderem großartige Schafsbilder mit.

    Wem es entging. Meine „du meine Güte-Meldung des Monats:“ Zwei Öl/Gasfelder in Turkmenistan setzen mehr Treibhausgase frei als das komplette Vereinigte Königreich mit alles. Sprich: der Effekt, dort die Lecks zu stopfen wäre größer als die Umstellung eines kompletten westlichen Industriestaates auf Null Treibhauseffekt. Bei dem Thema merkt man immer mal wieder wie klein, unbedeutend und unwichtig man in dieser Welt ist.

  • 23-02-21 Frauen reden, Männer ringen

    23-02-21 Frauen reden, Männer ringen

    Madame ruderte mit einem Regenschirm. Mehrfach.

    Dort, wo vor wenigen Wochen noch die weiße Ledercouch auf dem Innenhof stand, liegt nun eine Weihnachtsbaum. Er scheint die Odyssee der Couch über den Hof, die Straße und wieder den Hof fortsetzen zu wollen. Vor einigen Tagen tauchte er eingepackt in einen Plastiksack direkt vor der Haustür auf. Dann wanderte er – ohne Plastiksack – auf den Radweg. Dann in die Baustellenabsperrung, dann vor die Baustellenabsperrung. Mittlerweile liegt er auf dem Hinterhof.

    Der Kaptain kaufte in Büsum ein. Als sie zurückkehrte stand auf dem Parkplatz ein Auto mit kaputtem Scheinwerfer, kaputter Frontschürze und demolierten Kotflügel. Natürlich ohne einen Verursacher in Sicht. Im besten Fall bedeutet das einen Haufen Stress und Ärger, im schlechtesten Fall noch dazu einen Haufen Kosten. Auf jeden Fall ist das Auto in der Werkstatt, die einschlägigen Stellen sind verständigt und wir sehen weiter.

    Ich überwand mich und nutzte den sonntäglichen Sonnenscheim, um das Fahrrad zu putzten großzügig Kette und Schaltung am Fahrrad abzuwischen und neu einzuölen. Immer wieder erstaunlich, wie ein 20 Jahre altes Rad durch ein bißchen Öl und Luft auf den Reifen neue Lebensgeister gewinnt.

    Die Berliner Bäder gebierten (gebaren? geborten?) sich heute überraschend überraschend. Im weiteren Verlauf des Tages stellte sich heraus, dass Mr. Elliott einst einen Rettungsschwimmerschein hatte. Er möchte dennoch nicht den Sommer über als Freibad-Rettungsschwimmer arbeiten. Die Eiserne startete einen Server neu.

    Zwei Filme

    Da Berlinale ist, gingen wir ins Kino. Da es fast unmöglich ist, Berlinale-Tickets zu bekommen, gingen wir ins „normale“ leere Kino. Am Sonntag: Motståndaren im Titania-Palast Steglitz im Rahmen der Berlinale. Montag: Women Talking im Odeon in Schöneberg. Beides sind eindrückliche Filme über Flucht/Verlassen und beide enden mit der Naheinstellung eines Säuglings als Symbol für die Hoffnung auf zukünftige Generationen.

    Eingang zim Titania-Palast mit Berlinale-Plakat.

    Motståndaren – die Geschichte eine iranischen Ringers, der vielleicht, vielleicht auch nicht, mehr als freundschaftliche Gefühle für einen Teamkameraden im Iran hatte. Auf jeden Fall machten dementsprechende Gerüchte die Runde. Der Ringer flieht mit Frau und zwei Töchtern nach Schweden. Um seine Chancen auf einen Aufenthaltstitel zu vergrößern fängt er wieder mit dem Hochleistungssportringen an. Dort ist er, zum Unglück seiner Frau, wieder von schwitzend-muskulösen Männerkörpern umgeben. Das Nicht-Reden-können ist ein Thema des Films, ebenso wie das Gefangensein in der eigenen Lage.

    Wo reden schwerfällt, sind Bilder um so wichtiger. Bildlich wechselt der Film zwischen dem klaustrophisch-monotonen Inneren von Flüchtlingsheim und Behörden sowie der Winterwunderlandschaft Nordschwedens mit Bergen, Wäldern und jeder Menge Schnee. Die Landschaft macht aber auch deutlich: Außerhalb des Flüchtlingsheims gibt es nur Bäume, Schnee und Wölfe. Ihr sitzt wirklich fest. Und natürlich zeigt der Film zahlreiche choreographierte Nahaufnahmen des Ringkampfes.

    Women Talking – Erzählt nach einem Roman von Miriam Toews, der sich wiederum an einer realen Geschichte orientiert. In einer abgelegenen Mennonitischen Gemeinschaft vergewaltigt eine Gruppe von Männern über Jahre Frauen, indem sie diese vorher Kuh-Betäubungsmittel ohnmächtigt macht. Die offensichtlichen Zeichen sexueller Gewalt werden als Werk der Geister/ des Satans oder überbordender weiblicher Phantasie geschildert. Irgendwann werden die Männer erwischt und kommen vor ein weltliches Gericht. Soweit der wahre, reale Teil der Geschichte. Dieser dient aber nur als Aufhänger für den Film.

    Eine Gruppe von Frauen aus mehrere Familien und Generationen diskutiert wie sie mit der Situation umgehen sollen: Bleiben und es akzeptieren, bleiben und kämpfen oder die Kolonie verlassen. Wo Iman, der Ringer, in Motståndaren daran scheitert, dass er nicht sprechen kann, geht es in Women Talking darum, eine Sprache zu finden. Wie redet frau – in einer Gemeinschaft in der Frauen weder Wünsche noch einen Geist noch einen Körper haben dürfen – über das was geschehen ist? Wie streitet sie über Wünsche und Pläne? Ein Film, der im Wesentlichen das zeigt was der Titel verspricht: Women Talking. Was heutzutage ein Garant für viele Filmpreise und einen Box-Office-Flop ist, leider.

    Vier Links

    Miss South empfahl für mein Kochprojekt Cuban Style Black Beans. Ein Blick in die Trockenvorräte ergab nur eine alte Packung Schälerbsen. Schälerbsen im Cuban Style wirkte selbst mir zu unseriös. Und so internetsuchte ich mich zu Gabi Frankemölles Westfälischer Erbsensuppe. Die mir insbesondere gefiel, weil sie eine Rezeptvariante mit Räuchertofu statt Fleisch vorschlug. Mein Experimentiergeist war geweckt. Ich stellte fest: Erbsenuppe im Slow Cooker dauert ewig. Mit der nicht-ganz-neuen-Packung Schälerbsen musste der Crocky sieben bis acht Stunden auf High laufen. Jetzt ist es aber schön sämig und rauchig und wir werden demnächst testen.

    Frau Kellerkind war nicht Hinten im Garten sondern in München.

    Falls ich jemals nach Japan komme, möchte ich ins Miyazaki-Land. Oder: wie kann man einen Freizeitpark so gestalten, dass er die komplette Gegenthese zu Disney World ist.

    Der Berliner in mir freut sich über die Suche des New York Magazins nach dem besten Döner der Stadt: The Kebab Chain Poised to Shake Up New York’s Doner Scene. Es beginnt bei German Doner Kebap (GDK) „in Astoria on a busy part of Steinway Street“ (zu mittelmäßig). Die Autorin geht weiter zu Istanbul Kebab House in Hell’s Kitchen (kein echter Döner-Stand). Der nächste Stop ist Kotti Berliner „at its Dekalb Market Hall location“ (zu Curry-lastig). Schließlich findet sie den besten Döner bei Berlin Doner in Greenwich Village – wo es sowohl das perfekte Lammfleisch als auch die perfekte Umgebung aus Halbbetrunkenen, enge und Hitze gab.